Bitte lächeln – Ein starkes Projekt für selbstbewusste Bewerbungen

07.01.26, 09:00
  • Jugendsozialarbeit
Annika Ruhrmann
2026-01-07- KJA Köln - JSA - Fotoprojekt Brühl (c) KJA Köln

Der Übergang von der Schule in Ausbildung oder Beruf ist für viele Jugendliche mit Unsicherheiten verbunden. Neben Zeugnissen, Anschreiben und Gesprächen spielt dabei ein oft unterschätztes Detail eine wichtige Rolle: das Bewerbungsfoto. Genau hier setzt das Projekt „Bitte lächeln“ am Karl-Schiller-Berufskolleg in Brühl seit mehreren Jahren erfolgreich an.

Praxisnahe Unterstützung für junge Menschen

Rund 50 Schüler*innen aus der Handelsschule, der Ausbildungsvorbereitung sowie den internationalen Förderklassen erhielten die Möglichkeit, ein professionelles Bewerbungsfoto anfertigen zu lassen. Ziel war es, die Jugendlichen praxisnah zu unterstützen und ihnen einen selbstbewussten Start in den Bewerbungsprozess zu ermöglichen.

Organisiert und begleitet wurde das Projekt durch die Schulsozialarbeit unter der Leitung von Olaf Schoschnig. Für die fotografische Umsetzung konnte erneut der erfahrene Fotograf Helmut Hanner gewonnen werden, der mit einem professionellen Studio-Setup direkt vor Ort arbeitete. So entstand eine ruhige, vertraute Atmosphäre, in der sich die Schüler*innen Schritt für Schritt auf die ungewohnte Situation einlassen konnten.

Vom Lampenfieber zum Lächeln

Zu Beginn war bei vielen Jugendlichen eine gewisse Anspannung spürbar – für einige war es das erste professionelle Fotoshooting überhaupt. Doch durch die offene und wertschätzende Herangehensweise des Fotografen wandelte sich die Nervosität schnell in Gelassenheit. Mit kleinen Gesprächen, humorvollen Impulsen und individueller Anleitung entstanden authentische und ausdrucksstarke Porträts, die die Persönlichkeit der Jugendlichen widerspiegeln.

Neben der eigentlichen Fotoaufnahme bot das Projekt auch Raum für praktische Erfahrungen: Fragen zu Kleidung, Auftreten und Wirkung wurden direkt aufgenommen und besprochen. Kleine Unsicherheiten – sei es beim Outfit oder beim richtigen Gesichtsausdruck – konnten so unmittelbar geklärt werden. Das stärkte nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern vor allem das Selbstvertrauen der Teilnehmenden.Trotz der logistischen Herausforderung, viele Schüler*innen in begrenzter Zeit zu koordinieren, verlief das Projekt reibungslos. Die gute Zusammenarbeit zwischen Schulsozialarbeit, Fotograf und Jugendlichen trug entscheidend zum Erfolg bei.

Ein Beitrag zur Chancengleichheit

Finanziert wurde das Projekt durch den Kinder- und Jugendhilfefonds der Katholischen Jugendagentur Köln, wodurch allen Teilnehmenden ein kostenloses Angebot ermöglicht werden konnte – ein wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit beim Übergang in Ausbildung und Beruf.„Bitte lächeln“ ist somit weit mehr als nur ein Fototermin. Es bietet jungen Menschen gezielte, niedrigschwellige Unterstützung auf ihrem Weg in die berufliche Zukunft. Die entstandenen Fotos sind nicht nur ein formaler Bestandteil einer Bewerbung, sondern Ausdruck von Persönlichkeit, Motivation und Mut, den nächsten Schritt zu gehen.

Oder, wie es eine Schülerin treffend formulierte:
„Als ich mein Foto gesehen habe, hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ich mich wirklich bewerben kann.“