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Rhein-Erft-Kreis :3. Jugendhilfetalk der KJA Köln

Offene Kinder- und Jugendarbeit steht im Mittelpunkt

Die Katholische Jugendagentur Köln (KJA Köln) hat beim 3. Jugendhilfe-Talk im Rhein-Erft-Kreis die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) in den Mittelpunkt gestellt. Die Veranstaltung brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Fachpraxis zusammen, um über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven eines Arbeitsfeldes zu sprechen, das jungen Menschen niedrigschwellige Zugänge zu Bildung, Teilhabe und Unterstützung eröffnet.

Rund 40 Teilnehmende nutzten den Jugendhilfe-Talk für einen fachlichen Austausch über die Rolle der OKJA in einer Zeit wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen.

Nach der Einführung durch Daniel Könen, Regionalverantwortlicher der KJA Köln, gab Sonja Heinrich, Fachreferentin der LAG Kath. OKJA NRW, in einer Keynote einen fachlichen Überblick. Sie machte deutlich, dass Offene Kinder- und Jugendarbeit jungen Menschen verlässliche Räume bietet, Selbstwirksamkeit stärkt und wichtige soziale Anknüpfungspunkte im Alltag schafft. Zugleich unterstrich sie, dass die OKJA allen Kindern und Jugendlichen offensteht – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft – und damit zu den wichtigsten Räumen non-formaler Bildung zählt.

Im anschließenden Podiumsgespräch wurde die Rolle der OKJA aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Sonja Heinrich betonte, dass die OKJA gerade in gesellschaftlich herausfordernden Zeiten wichtige Stabilität bietet, zugleich aber vor strukturellen Herausforderungen steht. Dennoch schaut sie positiv in die Zukunft, weil die OKJA ein Handlungsfeld ist, das schnell auf kulturelle, strukturelle und sprachliche Herausforderungen reagieren kann und sich immer wieder neu erfindet. Auch Peter Steffen, Fachbereichsleiter OKJA der KJA Köln, unterstrich die Bedeutung des Arbeitsfeldes: „Seit vielen Jahren bieten wir Kindern und Jugendlichen einen sicheren Ort – offen für alle, ohne Voraussetzungen.“ Deutlich wurde auch: Um Angebote langfristig zu sichern, braucht es Planungssicherheit und eine nachhaltige Förderung. Einen direkten Einblick in die Praxis gab Katharina Wenzel, Einrichtungsleitung des CAPO in Bedburg. Sie schilderte, wie vielfältig die Bedarfe junger Menschen sind und wie Einrichtungen darauf reagieren. Zugleich benannte sie Grenzen, die sich insbesondere aus knappen Ressourcen ergeben.

Die Diskussion zeigte: Die OKJA ist ein zentraler Bestandteil der Jugendhilfe. Sie reagiert flexibel auf gesellschaftliche Entwicklungen und benötigt zugleich stabile strukturelle Rahmenbedingungen, um dauerhaft wirksam arbeiten zu können.

Im Anschluss boten Thementische Raum für einen vertieften Austausch zu konkreten Praxisfeldern der KJA Köln. Im Fokus standen unter anderem Jugendarmut (Milena Kleinz, JuZe4Teens Bergheim), Gesundheitsorientierung (Vanessa Morlok, Parlippo Hürth) und kulturelle Bildung durch Musikförderung (Katharina Wenzel, CAPO Bedburg). Darüber hinaus wurden aktuelle strukturelle Herausforderungen gemeinsam reflektiert. 

Zum Abschluss der Veranstaltung betonte Geschäftsführer Bernd Rustemeyer die Bedeutung des kontinuierlichen Dialogs zwischen Praxis, Politik und Verwaltung: „Nur wenn Praxis, Politik und Verwaltung im Austausch bleiben, kann Offene Kinder- und Jugendarbeit nachhaltig gestärkt und weiterentwickelt werden. Der 3. Jugendhilfe-Talk hat erneut gezeigt, wie wichtig es ist, Perspektiven zusammenzubringen, um jungen Menschen auch in Zukunft verlässliche Angebote und Räume zu bieten.“