Pastorales Rahmenkonzept

Das Pastorale Rahmenkonzept aus dem Jahr 1999 ist die verbindliche Richtlinie für kirchliche Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit im Erzbistum Köln. Es schafft die Grundlage dafür, dass die verschiedenen Arbeitsformen der kirchlichen Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit bei aller Unterschiedlichkeit zu einer gemeinsamen Zielsetzung finden.

 

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Der Aufbau des Rahmenkonzeptes spiegelt den Erarbeitungsprozess wider.

  • Das Kapitel 2 "Was uns geprägt hat: unsere Herkunft" bietet eine kurze Einführung in die Entstehung und Entwicklung der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit.
  • In Kapitel 3 "Was uns herausfordert: die Zeichen der Zeit" richtet den Blick auf die heutige Lebenswelt von jungen Menschen und skizziert die unterschiedlichen Lebensfragen und Lebensherausforderungen.
  • Das Kapitel 4 "Was uns orientiert und motiviert: unsere Quellen" benennt die Glaubensgrundlagen für das Handeln in der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit.
  • Im letzten Kapitel "Wie wir künftig handeln wollen: Leitlinien unserer Praxis" werden die Leitlinien des zukünftigen Handeln in der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit entwickelt. Dabei bilden die Idee des evangelisierenden Handelns und die Optionen für die zukünftige Praxis die entscheidende Grundlage.

Evangelisierendes Handeln prägt die kirchliche Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit, wenn folgende Aspekte bestimmend sind:

  • "Wir wollen jungen Menschen uneigennützig bei ihrer Subjektwerdung und Lebensbewältigung beistehen.
  • Unsere Tätigkeit an und mit jungen Menschen nimmt Maß an der Botschaft und der Praxis Jesu Christi. 
  • Gruppen und Gemeinschaften spielen in unserer Arbeit eine große Rolle. 
  • Auch für uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst ist es wichtig, dass wir untereinander das Zeugnis einer kirchlichen Dienstgemeinschaft geben. 
  • Das 'Zeugnis ohne Wort', das sich täglich in unserer pädagogischen Arbeit und im Dasein für junge Menschen entfaltet, ist ein wirksames Zeugnis vom Glauben an Gott. 
  • Die jungen Menschen sind 'die ersten Apostel der Jugend'. Ihr Suchen und Fragen kann auch uns Erwachsene nachdenklich machen, wenn wir intensiv auf sie hören und zur Zusammenarbeit mit ihnen bereit sind.
    Wir bieten ihnen Raum für ehrenamtliches Engagement, bei dem persönliche Entfaltung, Selbstorganisation, Interessensvertretung und Partizipation prägend sind" (vgl. S. 41f).

Vorrang vor anderen Themen und Tätigkeiten in der kirchlichen Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit haben vier Optionen:


Die Option für die Kirche als Ort der Begegnung mit Jesus Christus

Wir laden junge Menschen zur Begegnung mit Jesus und seiner Botschaft in die Gemeinschaft der Kirche ein.
Wir engagieren uns in der Kirche, um mit jungen Menschen zu einem „Leben in Fülle“ (Joh 10, 10) unterwegs zu sein.
Wir wollen sie in ihrer Lebenswelt wahrnehmen und ansprechen.
Wir bieten ihnen Begleitung dabei an, ihr Leben zu erfahren, zu verstehen und verantwortlich zu gestalten.
Wir bieten ihnen Raum für Dialog, Mitwirkung, Gemeinschaft und Spiritualität und laden sie ein, auf ihre Weise an der Erneuerung und am Leben der Kirche mitzuwirken, um so gemeinsam mit ihnen zum Wachstum des Reiches Gottes beizutragen.

Die Option für Personalität und Solidarität 
Wir wollen jungen Menschen helfen zu entdecken, dass sie ihre Identität gerade dann finden, wenn sie die Spannung zwischen Individualität und Gemeinschaft aushalten.
Wir wollen sie dabei ermutigen und darin unterstützen, selbstverantwortliche Individuen zu werden und zu bleiben.
Wir wollen ihnen gleichzeitig positive Erfahrungen von tragfähiger Gemeinschaft ermöglichen und sie befähigen, selber Gemeinschaft zu stiften, solidarisch mit anderen zu leben und Verantwortung in Kirche und Gesellschaft zu übernehmen.

Die Option für Partizipation
Wir wollen die Beteiligung und Mitverantwortung aller Kinder und Jugendlichen bei der Gestaltung ihrer Lebensbedingungen ermöglichen und stärken. 
Wir wollen die Beteiligung und Mitverantwortung im Bereich der kirchlichen Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit einlösen.

Die Option für ärmere und benachteiligte junge Menschen
Wir wollen, dass alle jungen Menschen sich als unbedingt angenommen und geliebt erfahren können, unabhängig von jeder Leistung und mit all ihren Schwächen und Fähigkeiten. 
Wir wollen eine wirkliche Begegnung und tätige Solidarität mit ärmeren und benachteiligten jungen Menschen.